thema des monats jänner / februar 10
Interview mit Prof. Dr. Gerald Hüther
PSYCHOLOGIE HEUTE - Heft 3 / 2010
"ADHS ist die Folge veränderter Sozialerfahrungen"
Der Hirnforscher Gerald Hüther entwickelt eine neue Sicht
auf die häufigste psychiatrische Erkrankung von Kindern
Mit Professor Gerald Hüther sprach Eva Tenzer
Lesen Sie hier das Interview [1.529 KB]
Veröffentlichung des Interviews mit freundlicher Genehmigung von:
Heiko Ernst (Chefredakteur) PSYCHOLOGIE HEUTE
© PSYCHOLOGIE HEUTE – 37. Jahrgang – Heft 3 – März 2010
Beiträge
Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther
Die Wirkungen von Ritalin® und ähnlichen Medikamenten
Wenn das, was wir bisher zusammengetragen haben stimmt und das dopaminerge System
bei ADHS-Kindern nicht, wie bisher vermutet, unzureichend, sondern womöglich sogar
übermäßig stark entwickelt ist – und deshalb im Gehirn dieser Kinder nicht zu wenig,
sondern zu viel Dopamin ausgeschüttet wird –, so wäre die Dopamin-Mangel-Hypothese
damit eigentlich auf den Kopf gestellt. Ein "Dopamindefizit" im Gehirn dieser Kinder
war ja ursprünglich nur deshalb vermutet worden, weil die Verabreichung von Ritalin®
und anderer zur Behandlung von ADHS eingesetzter Medikamente aus der Gruppe
der Amphetamine zu einer verstärkten Freisetzung von Dopamin aus den dopaminergen
Nervenenden und zur Hemmung seiner Wiederaufnahme führt.
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Dr. Terje Neraal
ADHS: Sprachlose Innerlichkeit - unerhörte Botschaften
Symptome verstehen - Beziehungen verändern
Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität sind schon seit Jahrzehnten
ein häufiger Grund für Eltern, um eine Erziehungsberatung oder Familientherapie
in Anspruch zu nehmen.
Schon vor 30 Jahren zeigte eine eigene Studie bei der Befragung von 55 Elternpaaren,
die in der Psychosomatischen Uni-Klinik in Giessen wegen psychischen Störungen
ihres Kindes Rat suchten, dass "Unruhe und Zappeligkeit" das von den Eltern
mit 65% am häufigsten angegebene Symptom sei. Und schon an vierter Stelle folgte
mit 49% "schlechte Konzentration und Vergesslichkeit"
Vortrag von Dr. Terje Neraal in Herborn 2009 [67 KB]
Matthias Wenke
"ADHS" - unaufmerksame Einheitsdiagnose für Alles?
Eröffnungsvortrag zum 6. ADHS-Symposium im Kinderzentrum Schwerin
Stellen Sie sich bitte einmal vor, in Ihrem Leben geschähe etwas sehr Trauriges,
Sie trauern sehr intensiv und weinen selbstverständlich auch ziemlich häufig.
Sie möchten sich gerne einige Tage krank schreiben lassen, um die schlimmste Zeit des Verlustes zu überstehen und wieder zu sich zu kommen. Ein Bekannter empfiehlt Ihnen einen Arzt, der sich "mit Sowas" auskennt. Sie lassen sich einen Termin geben.
Besagter Arzt weiß nichts von Ihrem Trauerfall und fragt Sie auch nicht nach Ihrem Lebenshintergrund. Er sieht aber Ihre Tränen und äußert spontan die Vermutung,
dass Sie an der sogenannten "Tränendrüsensekretionsdysfunktion", kurz TDSD, leiden würden. Das sei eine neurochemische Dysbalance im Gehirn mit Auswirkungen
auf die kontraktile Muskulatur der glandula lacrimalis (der Tränendrüse).
Vortrag von Matthias Wenke [289 KB]
Interviews
"Schon das Kind anzuschauen und anzufassen, wirkt oft Wunder"
Ist das Zappelphilipp-Syndrom eine Krankheit? Ein Gespräch mit dem Göttinger
Neurobiologen Professor Dr. Gerald Hüther zur ADHS-Problematik.
Interview lesen [17 KB]
Dann hätte mein Leben, glaube ich, einen Sinn"
Interview zum Buch mit Dr. Waltraut Barnowski-Geiser "Jetzt reden wir"
Interview lesen
ADHS: Diagnose statt Verständnis
Ein Interview mit Matthias Wenke
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"ADHS: Symptome verstehen - Beziehungen verändern"
Ein Interview mit Dr. Terje Neraal
Interview lesen
Projekt: Via nova - neue Wege im Umgang mit ADHS
Alm statt Ritalin
Kinder mit Aufmerksamkeitsstörung (ADHS) benötigen keine Medikamente,
sagt der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther.
Für zwölf Jungen zwei Monate harte Arbeit in einer Berghütte auf 2400 Meter Höhe.
Schon nach den ersten Tagen auf der Alm brauchten die Kinder kein Ritalin mehr.
Die Ursache für ADHS, so Hüther, sei eine verzögerte Reifung des Frontalhirns;
betroffen seien vor allem Kinder, die viel fernsehen, wenig ausprobieren dürfen,
oder denen Schwierigkeiten stets aus dem Weg geräumt werden.
Durch Arbeiten, die ein hohes Maß an Eigenverantwortung erfordern, lasse sich
eine massive Nachreifung der Hirnareale und der Nervenverbindungen erzielen. Medikamente führten zwar zur Impulskontrolle, blockierten aber auch die neuronale Nachreifung. Für den Nachweis der erfolgreichen Therapie hofft Hüther, dass die Kinder aus der Teststudie auch nach einem Jahr auf der Alm noch auf Ritalin
verzichten können. Mehr über das Projekt hier.
Bücher zum Thema
- ADHS-Frühprävention statt Medikalisierung
- ADHS in der Schule
- ADHS: Symptome verstehen-Beziehungen verändern
- ADHS - Erziehen statt Behandeln
- Die Ritalin-Gesellschaft
- Neues vom Zappelphilipp
- ADHS: Diagnose statt Verständnis?
- Jetzt reden wir!
Italienische Konsenserklärung
"Giù Le Mani Dai Bambini"®
Hände weg von den Kindern!
371 Wissenschaftler, Psychiater, Psychotherapeuten, Professoren, Ärzte
und 125 Institutionen mit über 220.000 Mitglieder nehmen Stellung:
ADHS ist KEINE Krankheit.
Mehr darüber hier